Griechen

Der Bronzezeit folgte im ersten vorchristlichen Jahrtausend die Eisenzeit, deren erste drei Jahrhunderte zu der sogenannten Geometrischen Periode zu zählen sind. Damals entstand nämlich jene Stilrichtung in der Töpferkunst. In dieser Zeit kam Kreta in den Sog der großen Wanderbewegungen. Denn die Dorier, ein neuer griechischen Stamm, überrannten ca 80 Jahre nach dem trojanischen Krieg, welcher der Höhepunkt, gleichzeitig aber auch die Wendemarke der Macht der Mykener war, mykenisches Gebiet. Für Kreta bedeutete dies das Eintreffen mykenischer Flüchtlingsgruppen, Lahmlegung des Handels, Verlust der Seeherrschaft an die Phönizier und kulturellen Rückschritt.
Die Dorier ihrerseits machten auch vor Kreta nicht halt, was wiederum viele kretische Minoer veranlasste nach Kleinasien zu flüchten. Die ersten Jahre des dorischen Kreta waren eine Periode harter Kämpfe der dorischen Eroberer mit den heimischen Minoern und achäischen Griechen. Innerhalb weniger Jahre folgte dem verfeinerten Lebensstil dieser beiden Bevölkerungselemente in Kreta ein strenges dorisches Regierungssystem, welches bald das griechisch geprägte Kreta dominierte. Ins Auge sprang hierbei besonders der scharfe Kontrast des dorischen Kreta mit der Pflege des männlichen Geistes und der kriegerischen Gemeinschaftsformen zum minoischen Kreta der Vergangenheit. Die patriarchalische Königsherrschaft verschwand allmählich. Westkreta erfuhr durch die Gründung neuer Siedlungen vom Festland aus eine bedeutende Entwicklung. Unter dorischem Einfluss entstanden erste Tempel. Es gibt aus der Umgebung von Kolimbari Objekte aus dieser Zeit. So wurden in Vouves wurden kleine Vasen aus der Wende des 8. zum 7. Jahrhundert gefunden.
Die Sage berichtet, dass die kretisch – griechische Gottheit Diktynna, von Minos bedrängt, neun Monate auf Kreta herumgeirrt sei. An diesem Felsen bei Menies habe Minos sie erreicht und ergriffen. Da habe sie sich verzweifelt ins Meer gestürzt. Aber sie geriet in die Netze der Fischer und wurde so gerettet.Das Bild der Diktynna, einer alten kretischen Gottheit, ließ man in das Bild der Apollo – Schwester Artemis, einer in ganz Griechenland verehrten Göttin, übergehen.
Zum Gebiet von Kolimbari gehörte auch das Diktynna Heiligtum am nordöstlichen Ende der Halbinsel Tityros in der Nähe des Kaps Spata, an der kleinen Bucht von Menies Rhodopou. Es ist dies die einzige Stelle der ganzen Halbinsel, an der Boote anlegen können. Sonst ist das Ufer überall felsig und steil. Dieser Tempel war als wichtiges Heiligtum der kretisch – griechischen Göttin Diktynna , deren Bild später mit jenem der Artemis verschmolz, ein sehr bedeutendes und reiches religiöses Zentrum; bewacht von abgerichteten Hunden. Seine Einnahmen wurden für öffentliche Bauten bzw. Arbeiten verwendet. Während des zweiten Weltkriegs wurden hier die einzigen Ausgrabungen durch die deutsche Besatzungsmacht durchgeführt (1942). Sie ergaben, dass der Tempel von einem großen Hof umgeben war. Nahe beim Tempel existieren unterirdische Zisternen.

Falassarna hat den Namen von einer Nymphe.

Diese Hafenstadt hatte ihren Höhepunkt im 4. / 5. Jhdt v Chr, als sie sogar eigene Münzen prägte. In der frühbyzentinischen Zeit hob sich dieser Küstenabschnitt um über sechs Meter, sodass der Hafen keine Verbindung mehr hatte. Rasch sank die Bedeutung dieser Stadt.

Der in Stein gehauene Gesetzestext von Gortyns

Ist die umfangreichste erhaltene altgriechische Inschrift. Sie gehört zu den besterhaltenen und ältesten Gesetzestexten des antiken Griechenland an sich. Wie ein Ochse pflügt ( bustrophedon), wird der Text in der ersten Zeile von links nach rechts, in der zweiten von rechts nach links usw gelesen.